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Stress, Burnout und psychische Gesundheit

Was ist Stress?

Das Wort Stress kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie Druck, Beanspruchung und hat zwei Gesichter: Der positive “Eustress” befördert Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit, der negative “Distress” hingegen führt zu chronischer Anspannung im Körper.

Bei Stress steigen Muskelanspannung und Blutdruck, der Körper schüttet mehr Cortisol aus. Bei Dauerstress kann es zu Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen kommen, zu Tinnitus oder einem Hörsturz, zu Schwindelgefühlen, Nervosität, Reizbarkeit und Frustrationsgefühlen.

Weitere Folgen können sein: Herzrhythmusstörungen ohne erkennbare Ursache, chronische Schlafstörungen sowie Gedächtnisprobleme. Stress kann schließlich sogar die Blutgefäße verändern und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

80 Prozent der Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte klagt über Dauerstress in Job, Haushalt, Schule oder Studium. Leistungsdruck, Terminhetze, fehlende Wertschätzung im Beruf oder in der Partnerschaft, aber auch chronische Unterforderung erzeugen Stress, der zu einer echten Plage werden kann.

Was Menschen als stressend erleben, ist höchst subjektiv, schon deshalb, weil manche robuster sind als andere. Natürlich gibt es Belastungen, die kollektiv als stressend empfunden werden, beispielsweise Lärm, konstante Reizüberflutung oder Mobbing am Arbeitsplatz. Ansonsten aber gilt: Was den einen auf die Palme bringt, kann einen anderen völlig kaltlassen.

Nach Ansicht vieler Experten aber hat das Leben in der digitalen, beschleunigten Gesellschaft seinen Preis. Der Stresslevel hat sich anscheinend bei den meisten Menschen erhöht. Dauerstress aber kann gravierende körperliche Folgen haben und eine schwere psychische Krankheit auslösen.

Was ist Resilienz?

Was ist eigentlich Resilienz?

Mit dem Begriff der Resilienz wird die seelische Widerstandsfähigkeit oder auch Unverwüstlichkeit bezeichnet. Gewissermaßen kann man auch vom „Immunsystem der Seele“ sprechen.
Diese innere Stärke des Menschen mit daran gemessen, wie er Konflikte, Misserfolge, Niederlagen oder Lebenskrisen oder traumatische Erfahrungen meistern kann.
Die Ausprägung der eines Menschen eigenen Resilienz ist unterschiedlich. So gibt es Menschen, die Belastungen eher als Herausforderungen sehen, andere hingegen fühlen sich in vielen Situationen schnell hilflos.

Bereits in der Kindheit wird unsere Resilienz gefördert. Folgende Faktoren können begünstigend auf eine starke Resilienz wirken:

  • das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit durch eine feste Bezugsperson in der Kindheit
  • die Erfahrung von Akzeptanz und Achtung
  • positive Bestärkung und Unterstützung druch die Eltern
  • Eltern mit einer starken Resilienz, die als Vorbild fungieren, wie man mit Krisen umgeht
  • das Erlebnis positiver zwischenmenschlicher Erfahrungen in der Familie, mit Freunden und Mitmenschen.

Resilienz ist keinesfalls ein statisches Thema – eine gesunde Resilienz kann auch trainiert und entwickelt werden.
Folgende Resilienzpunkte sind für eine gute seelische Widerstandskraft von Bedeutung:

  • Ein aktives Verantwortungsgefühl und ein Gefühl der Möglichkeit einer Einflussnahme auf das eigene Leben.
  • Selbstvertrauen. Innere Stärke kann helfen, in emotional turbulenten Situationen eine Lösung zu finden.
  • Soziales Netzwerk. Das Gefühl, nicht alleine zu sein, kann die Resilienz stärken.
  • Die Fähigkeit um Hilfe bitten zu können.
  • Positive Erfahrungen in der Krisenbewältigung.
  • Eine optimistische Grundhaltung.

Was ist Burnout

Ein Burnout-Syndrom (engl. (to) burn out: “ausbrennen”) bzw. ,,Ausgebrannt sein” ist ein Zustand ausgesprochener körperlicher und emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit.

Wer sich im Beruf und in privaten Lebensbereichen über lange Zeit bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit fordert, gerät in Gefahr, auszubrennen. Stress alleine macht noch kein Burnout-Syndrom. Vielmehr müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Burnout kann jeden treffen. Allerdings gibt es gewisse Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit es dazu kommt. Die positive Nachricht: Wer diese Voraussetzungen kennt, kann rechtzeitig gegensteuern.

Die WHO vermutet, dass die größte Gesundheitsgefahr in diesem Jahrhundert von Stressüberlastung ausgeht.

Das Burn out Syndrom ist weit mehr als ein vorübergehender Zustand der Erschöpfung, der sich mit ein paar oberflächlichen Tipps und Ratschlägen gegen das Ausbrennen beheben lässt.

Die eigentliche Ursache für Burnout liegt meist viel tiefer als gemeinhin angenommen. Die Zusammenhänge sind meist komplizierter als sie im ersten Moment scheinen. Und die Symptome lassen sich oft nur schwer von den Symptomen einer Depression unterscheiden.

Wir haben es also beim Burnout-Syndrom mit einer ernstzunehmenden Erkrankung zu tun.

Burnout – Wer ist gefährdet?

Neben strukturellen Faktoren müssen auch die individuellen Faktoren bei einem Burnout beachtet werden. Der typische Burnout-Gefährdete zeigt folgende Persönlichkeitsmerkmale auf:

  • Neigung zu hoher Leistungsbereitschaft
  • sehr engagiert bzw. überengagiert
  • Hang zu Perfektionismus
  • starke Identifikation mit der Arbeit
  • streben nach Erfolg
  • sehr wettbewerbs- und erfolgsorientiert
  • fehlendes Bewusstsein bezüglich der Wichtigkeit von ausgleichenden Tätigkeiten
  • Freiwilliger Verzicht auf Erholungsphasen (Keine Mittagspause, lange Arbeitstage, verzichtet teilweise auf das Wochenende)
  • ,,Krank sein” gibt es nicht
  • das Wort ,,Nein” kommt im eigenen Wortschatz nicht vor
  • oftmals geringes Selbstwertgefühl
  • eher ängstlich und/oder sensibel
  • geringe Sensibilität für die eigenen Gefühle
  • Vernachlässigung eigener Gefühle
  • ziehen es vor, unter Zeitdruck zu arbeiten
  • eigene Unentbehrlichkeit, fühlen sich unersetzbar und haben deshalb Mühe, Dinge zu delegieren

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