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Daten & Fakten Folgen für Unternehmen

Burnout und stressbedingte Ausfälle sind mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen. Die meisten krankheitsbedingten Frühberentungen gehen auf psychische Erkrankungen zurück, die berenteten Personen werden im Schnitt immer jünger.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen trifft es besonders hart, wenn eine oder sogar mehrere Arbeitskräfte ausfallen, auch für große Unternehmen sind die Kosten immens. Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit beträgt knapp 40 Tage. (Quelle: BKK Gesundheitsreport 2015, S. 39)

Daten und Fakten zur psychischen Gesundheit

  • 2011 wurden bundesweit 59,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Das ist ein Anstieg um mehr als 80 Prozent in den letzten 15 Jahren
  • Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen von Burnout betroffen
  • Fast zehn Millionen Tage waren Erwerbstätige wegen Burnout-Symptomen in 2010 krankgeschrieben. Das heißt: Rund 40.000 Arbeitskräfte fehlten über das ganze Jahr im Büro oder an der Werkbank, weil sie sich ausgebrannt fühlten
  • Ein Burnout verursacht nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Schnitt 30,4 Krankheitstage pro Jahr
  • Jeder fünfte Erwerbstätige (20%) erlebt Burnout-ähnliche Phasen
  • Jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt
  • Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt
  • Fachleute beziffern den Produktionsausfallkosten und verlorene Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro
  • 41 Prozent aller Neuzugänge zur Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit waren auf psychische Störungen zurückzuführen
  • Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen. Das Durchschnittsalter lag bei 48,3 Jahren

Quelle: TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland 2012

Stressreport 2012

Der Stressreport Deutschland untersucht, in welchem Umfang Beschäftigte in Deutschland psychischen Anforderungen und psychischer Belastung in der Arbeit ausgesetzt sind – und woraus sie Kraft schöpfen.

Die Spitzenreiter der belastenden Faktoren sind unverändert:

  • Multitasking: gleichzeitiges Betreuen verschiedener Arbeiten
  • starker Termin- und Leistungsdruck
  • ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge
  • Störungen und Unterbrechungen der Arbeit
  • sehr schnell arbeiten müssen

Arbeitsbedingungen, die sich als Ressourcen positiv auswirken, sind laut Stressreport etwa:

  • Kooperation unter den Beschäftigten / Gemeinschaftsgefühl
  • Freiräume, die eigene Arbeit zu planen und einzuteilen
  • Unterstützung durch Vorgesetzte / gesunde Firmenkultur

Folgen für Unternehmen

Psychische Erkrankungen kosten Unternehmen und Sozialversicherungen Milliarden. Stressbedingte Erkrankungen wie Burnout verursachen für Unternehmen erhebliche Kosten – offensichtliche, aber auch versteckte:

  • Lohnausfallkosten
  • Krankentagegeldkosten
  • Produktionsverlust
  • Langzeitausfälle, dadurch enormer Know-How Verlust
  • Unruhe und Verunsicherung unter den Mitarbeitern
  • Mehrbelastung der anderen Teammitglieder, dadurch erhöhte Ausfallgefahr weiterer Mitarbeiter
  • Belastung der Unternehmenskultur
  • Sinkende Identifikation mit dem Unternehmen
  • Vertrauensverlust in die Unternehmensführung
  • Imageverlust
  • Verschlechterte Chancen im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs im Generationenwechsel

Wer sich aktiv für die Gesundheit seiner Beschäftigten einsetzt, ist für qualifizierte Arbeitnehmer attraktiv. Gesunde, wertgeschätzte Mitarbeiter stärken ein Unternehmen im Inneren genauso wie in der Außenwahrnehmung.

Prävention, Aufklärung und Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit rechnen sich!

Eine u.a. von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU) in Auftrag gegebene Studie belegt eindrucksvoll, wie sehr sich Investitionen in den Arbeits- und Gesundheitsschutz rechnen. In Anlehnung an den in der Wirtschaft genutzten Return of Investment (ROI) wurde ein Return of Prevention (ROP) ermittelt. Das Ergebnis: Jeder investierte Euro zahlte sich im Mittelwert um mehr als das Doppelte aus.

Link (http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/dguv-rep1-2013.pdf oder https://www.dguv.de/de/praevention/praev_lohnt_sich/wirtschaftlichkeit/wirtschaftlichkeit-unternehmen/index.jsp)

Wettbewerbsfähigkeit

Ein weiterer, gravierender Gewinn ist der Wettbewerbsvorteil im anstehenden demografischen Wandel: Durch die Berentung der sog. Babyboomer-Jahrgänge ensteht ein Mangel an Fachkräften.

Qualifizierte Fachkräfte können sich ihren zukünftigen Arbeitgeber sehr genau aussuchen!

Firmenimage

Einen guten Ruf als Arbeitgeber zu haben, wird immer wichtiger: Das sogenannte „Employee Branding“ ist ein Phänomen der digitalisierten Gesellschaft. Umfragen zufolge halten mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer Informationen aus sozialen Medien (d.h. von Mitarbeitern / Einzelpersonen) über den Arbeitgeber für glaubwürdiger als die offizielle Eigendarstellung der Firma.(1)

1) Quelle: https://blog.recrutainment.de/2009/10/17/employee-branding-mitarbeiter-als-botschafter-fur-das-eigene-unternehmen/

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